In der NOZ ist heute ein Artikel zu Twente mit dem Titel "Angst vor dem Flughafen-Phantom", der leider (noch?) nicht online ist. Ich fasse mal kurz die wichtigsten genannten Punkte zusammen:
- im Dezember soll über den zukünftigen Betreiber des Flughafens entschieden werden
- es ist eine schematische Graphik abgedruckt, auf dem man sieht, dass die Einflugschneise auf deutschem Gebiet genau mitten in die Grafschaft Bentheim verläuft
- auf deutscher Seite sorgt das Projekt immer noch für große Verärgerung: Der Bereich Münster/Osnabrück und der Kreis Steinfurt fürchten natürlich um den FMO, die Graftschaft Bentheim befürchtet Fluglärm und Umweltschäden
- laut Bernd Oncken, Regionalplaner der Grafschaft Bentheim, ist es noch immer nicht sicher, ob überhaupt gebaut wird, laut ihm stehen die Chancen ungefähr 50:50 (eine große Hürde seien die Ausbaukosten)
- 19 Firmen haben sich bei der Entwicklungsgesellschaft ADT für den Betrieb beworben, drei Interessenten seien laut Oncken derzeit noch im Rennen
- das niedersächsische Wirtschaftsministerium klagt über fehlende Transparenz und mangelde Informationen, eine Sprecherin des Ministeriums sagte, in Hannover läge noch nicht einmal ein Betriebskonzept für den Flughafen vor und es werde generell von den Niederländern überhaupt nicht offen informiert
- laut Oncken werden die Grafschaft Bentheim und die Stadt Nordhorn für den Fall, dass Twente ausgebaut wird, alles daran setzen, die Belastung so gering wie möglich zu halten, z.B. durch Erwirkung eines Nachtflugverbots bzw. sogar eines Flugverbots am Wochenende (Anmerkung von mir: keine Ahnung, ob sowas überhaupt geht bzw. durchsetzbar ist, aber ich meine, die Stadt Nordhorn hatte auch schonmal eine Klage angekündigt)
Außerdem ist noch ein Kommentar abgedruckt, der in die Richtung geht, dass das Projekt die deutsch-niederländische Beziehung in der Region dauerhaft belaste und besonders kritisiert wird die fehlende Information. So treffe man auf deutscher Seite, egal wen man frage, mangels Informationen nur auf ratloses Schulterzucken und der deutschen Bevölkerung, die ja zweifelsfrei auch betroffen wäre, werde so die Möglickeit einer Einflussnahme genommen.
In Bezug auf den FMO kann ich die Meinung des Kommentators nicht teilen. Der sagt, in einer freien Marktwirtschaft müsse sich der FMO eben mit einem guten Konzept und attraktiven Angeboten im Wettbewerb behaupten. Kein Wort dazu, dass ein weiterer Flughafen in nur 60 km Entfernung nunmal - auch marktwirtschaftlich - völlig unsinnig ist, dass zu befürchten ist, dass es dann zwei defizitäre Flughäfen in der Region gäbe und dass die Ausbaukosten in Twente eben (wenig marktwirtschaftlich) vom Staat getragen werden.