Airport Enschede




Neuigkeiten und Geschichten rund um den Airport

Re: Airport Enschede

Beitragvon aviation-fan » 5. Nov 2011, 14:17

In der NOZ ist heute ein Artikel zu Twente mit dem Titel "Angst vor dem Flughafen-Phantom", der leider (noch?) nicht online ist. Ich fasse mal kurz die wichtigsten genannten Punkte zusammen:

- im Dezember soll über den zukünftigen Betreiber des Flughafens entschieden werden
- es ist eine schematische Graphik abgedruckt, auf dem man sieht, dass die Einflugschneise auf deutschem Gebiet genau mitten in die Grafschaft Bentheim verläuft
- auf deutscher Seite sorgt das Projekt immer noch für große Verärgerung: Der Bereich Münster/Osnabrück und der Kreis Steinfurt fürchten natürlich um den FMO, die Graftschaft Bentheim befürchtet Fluglärm und Umweltschäden
- laut Bernd Oncken, Regionalplaner der Grafschaft Bentheim, ist es noch immer nicht sicher, ob überhaupt gebaut wird, laut ihm stehen die Chancen ungefähr 50:50 (eine große Hürde seien die Ausbaukosten)
- 19 Firmen haben sich bei der Entwicklungsgesellschaft ADT für den Betrieb beworben, drei Interessenten seien laut Oncken derzeit noch im Rennen
- das niedersächsische Wirtschaftsministerium klagt über fehlende Transparenz und mangelde Informationen, eine Sprecherin des Ministeriums sagte, in Hannover läge noch nicht einmal ein Betriebskonzept für den Flughafen vor und es werde generell von den Niederländern überhaupt nicht offen informiert
- laut Oncken werden die Grafschaft Bentheim und die Stadt Nordhorn für den Fall, dass Twente ausgebaut wird, alles daran setzen, die Belastung so gering wie möglich zu halten, z.B. durch Erwirkung eines Nachtflugverbots bzw. sogar eines Flugverbots am Wochenende (Anmerkung von mir: keine Ahnung, ob sowas überhaupt geht bzw. durchsetzbar ist, aber ich meine, die Stadt Nordhorn hatte auch schonmal eine Klage angekündigt)

Außerdem ist noch ein Kommentar abgedruckt, der in die Richtung geht, dass das Projekt die deutsch-niederländische Beziehung in der Region dauerhaft belaste und besonders kritisiert wird die fehlende Information. So treffe man auf deutscher Seite, egal wen man frage, mangels Informationen nur auf ratloses Schulterzucken und der deutschen Bevölkerung, die ja zweifelsfrei auch betroffen wäre, werde so die Möglickeit einer Einflussnahme genommen.
In Bezug auf den FMO kann ich die Meinung des Kommentators nicht teilen. Der sagt, in einer freien Marktwirtschaft müsse sich der FMO eben mit einem guten Konzept und attraktiven Angeboten im Wettbewerb behaupten. Kein Wort dazu, dass ein weiterer Flughafen in nur 60 km Entfernung nunmal - auch marktwirtschaftlich - völlig unsinnig ist, dass zu befürchten ist, dass es dann zwei defizitäre Flughäfen in der Region gäbe und dass die Ausbaukosten in Twente eben (wenig marktwirtschaftlich) vom Staat getragen werden.
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von Anzeige » 5. Nov 2011, 14:17

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Re: Airport Enschede

Beitragvon icelandair » 5. Nov 2011, 14:52

Für mich ist Enschede immer noch ein völlig unsinniges Projekt, ein richtiges Prestigeobjekt. Man muss ja nur mal auf den FMO schauen, aber auch DTM, Amsterdam, PAD und Co haben alle noch Kapazitäten frei, und Marktwirtschaft hin oder her, erst mal müssen die vorhandenen Kapazitäten ausgeschöpft werden, bevor man über den Bau eines neuen Airports anfängt. Und da sind wir noch weit weg, außer vlt. Düsseldorf, das ist mit der einzige Airport in der Region der nahezu voll ausgelastet ist. Vielleicht sollten sich unsere Nachbarn besser am FMO beteiligen, und dort für noch bessere Anfahrtsmöglichkeiten sorgen. Aber das schließen die Damen und Herren aus unserem Nachbarstaat ja leider aus.... Entweder Enschede oder der FMO wird bei einem Ausbau Enschede's ein Millionengrab, und dass in den jetztigen Zeiten, da sind Gelder anderswo bedeutend wichtiger zu investieren.

PRO FMO! Contra Enschede!
Veranstalter FMO-Modelltag

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Re: Airport Enschede

Beitragvon aviation-fan » 5. Nov 2011, 15:27

Das mit der Marktwirtschaft ist ja gerade der Punkt, daher widerspreche ich da auch dem Kommentator.
Wenn es rein marktwirtschaftlich zugehen würde, würde Twente ja eben nie wieder aufmachen. Kein Privatunternehmer würde Geld für den Ausbau eines solchen Projektes rauswerfen, weil man ja schließlich weiß, dass das nicht wirtschaftlich machbar ist, erst recht nicht, wenn zu einem schwachen eigenen Einzugsgebiet noch Konkurrenz in nächster Nähe durch den FMO (aber auch andere Flughäfen wie AMS, DUS) hinzukommt. Es geht bei den Privatinvestoren, soweit ich das verstanden habe, ja eben nur um den Betrieb. Den Ausbau an sich werden die ja nicht bezahlen, oder?

Ich frage mich auch, ob das rechtlich alles sattelfest ist, was die Niederländer da machen. Wie kann es z.B. sein, dass die Einwohner auf der deutschen Seite keine Möglichkeit der Einflussnahme haben bisher? Es gibt doch bestimmt irgendeine EU-Vorschrift, nach der man zumindest eine Widerspruchsmöglichkeit haben muss bei Projekten, die grenzübergreifend Einfluss haben? Vielleicht geht das aber doch, weil es sich um einen bereits vorhandenen Flughafen handelt?
Im DTM-Forum wurden in der Vergangenheit im Zusammenhang von DTM und dem EU-Verfahren einiges berichtet, was auch für Twente von Belang sein könnte. Die EU will z.B. die Richtlinien für Regionalflughäfen in Hinsicht auf fairen Wettbewerb, Zuschüsse und Wirtschaftlichkeit strenger gestalten und so z.B. Dumpingpreise für LCC verhindern. Außerdem gab es ein Urteil zum Flughafen Leipzig vom europ. Gerichtshof, was die Trennung von Flughäfen in eine reine Infrastrukturgesellschaft und eine reine Betreibergesellschaft verbietet, Infrastruktureinrichtungen dürften nicht von der Nutzung getrennt werden (ist das nicht genau das, was die in Twente machen wollen - Privatinvestoren für den Betrieb?).
Ich bin kein Jurist und kann das alles überhaupt nicht einschätzen, aber man kann ja für den FMO fast nur hoffen, dass mögliche Kläger gegen den Flughafen (und die wird es sehr wahrscheinlich geben) einen rechtlichen Ansatzpunkt finden, um etwas gegen dieses unsinnige Projekt zu unternehmen.
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Re: Airport Enschede

Beitragvon fmo747 » 20. Jan 2012, 12:40

Kampf gegen Dumpingpreise für LCC's hört sich erstmal gut an.

Gerade Ryanair hat wahnsinnige Vorstellungen wenn sie mit einem Regionalflughafen verhandeln, ob die anderen besser sind entzieht sich meiner Kenntnis. Aber
als die Vertreter von Ryanair damals am FMO waren dauerte die Besprechung mit Stöwer nicht lange.Wie soll man auch z.b. Air Berlin erklären, dass Ryanair keine Gebühren
zahlt, aber AB weiterhin zahlen darf.

Natürlich hat man durch ein generiertes Fluggastaufkommen mehr Umsatz, und man hätte am FMO auch leicht 2-3 Mio Passagiere im Jahr haben können, aber im Endeffekt
macht man mit 3 Mio Passagieren durch LCC's nicht viel mehr Gewinn als bei 1,5 Mio Passagieren durch LH,AB, etc..

Schade dass sich die Situation am FMO in der letzten Zeit so verschlechtert hat, ich bin jetzt seit 2006 nicht mehr vor Ort, aber ich verfolge noch sehr intensiv die Geschehnisse bei euch.

Gruß

Ingo
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Re: Airport Enschede

Beitragvon aviation-fan » 5. Mär 2012, 13:08

Flughafen Twente: "Wir starten 2014 durch"

2014 soll also der Flugbetrieb losgehen. Es ist dort ja auch immer wieder von Billigfliegern die Rede, nur wird nie erklärt, wie sich das ganze dann wirtschaftlich tragen soll. Ich sehe schon jetzt eine Möglichkeit, dass das alles dort so endet wie in NRN (wobei in Twente die prognostizierten Paxzahlen sogar ja noch wesentlich geringer sind): Der private Betreiber kann irgendwann Zinsen/Tilgungen doch nicht mehr bezahlen und wieder darf der Staat ran, obwohl das Konzept ja eigentlich so geplant war, dass das eben nicht der Fall sein soll. Achso, und wenn die sich auf Billigflieger einlassen, keine anderen Airlines am Platz haben und dementsprechend wohl große Verluste erwirtschaften, bleibt auch abzuwarten, was die EU dazu sagt, falls auch dort wie in DTM mal ein Beihilfeverfahren eröffnet wird oder wie in NRN zumindest geprüft wird.
Und ansonsten: Falls wirklich ab 2014 z.B. FR ab Twente starten sollte, na dann gute Nacht FMO.... Wir wissen ja alle, wie schlecht es schon jetzt ganz ohne neuen Konkurrenz-Billig-Airport in der Nähe aussieht.

EDIT: Korrektur.
Zuletzt geändert von aviation-fan am 5. Mär 2012, 18:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Airport Enschede

Beitragvon Albatros » 5. Mär 2012, 15:11

Die Angelegenheit ist nicht beunruhigender als vor einem Jahr, aber wahrscheinlich hoffte man auf ein schnelles Scheitern der "Twentebemüher". Da dies nicht einzutreten scheint, macht sich in gewissen Kreisen (zu Recht) erneut Panik breit. Dem etwas entgegenzusetzen scheinen die Verantwortlichen nicht in der Lage zu sein. Die generell nagative Entwicklung der vergangenen Jahre wird sich enorm beschleunigen. Wenn man nicht in der Lage ist, auf neue Herausforderungen mit neuen Konzepten zu reagieren muss man sich nicht wundern ganz schnell unter die 800 000er Marke zu rutschen. Ich glaube vernünftig seine Hausaufgaben machen, anstatt zu jammern heißt das. Aber Stöwer hat wohl einen Rentenvertrag und wird sein jetziges Konzept weiter aussitzen (und der gesamte Laien-Aufsichtsrat schaut zu).
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Re: Airport Enschede

Beitragvon aviation-fan » 16. Mär 2012, 10:05

Flughafen-Entwickler: 2014 startet in Twente der erste Flieger
Also, nicht ein Steuer-Euro soll in das Projekt fließen. Falls es zur Wiedereröffnung kommen sollte, werden wir das ja sehen....
Vom FMO hieß es mal, wenn ich mich richtig erinnere, alleine an baulichen Anfangsinvestitionen seien wohl um die 50 Mio. Euro nötig. Hier ist von 20-40 Mio. Euro die Rede für Ausbau und Betrieb in den ersten Jahren. Ich denke, die Wahrheit liegt dann wie so oft irgendwo dazwischen. Wie man allerdings mit nur 20 Mio. Euro Terminalbau (und vielleicht weitere Gebäude), technische Anlagen, Geräte, Fahrzeuge usw. plus Anfangsverluste aus dem Betrieb zahlen soll, kann wohl zumindest bezweifelt werden.
Naja, vielleicht kann man auch anmerken, dass nicht die Schiphol-Group mitmacht.
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Re: Airport Enschede

Beitragvon elpasotx » 16. Mär 2012, 11:43

Das "Ding" Enschede-Twente wird kommen und das schlimme daran ist, sie werden keine Luftverkehrssteuer haben, LCC anziehen und damit Paxe aus dem FMO-Einzugsgebiet anziehen. Noch viel schlimmer daran sehe ich allerdings, das der FMO nicht darauf vorbereitet ist!
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Re: Airport Enschede

Beitragvon aviation-fan » 16. Mär 2012, 13:18

So langsam wiederhole ich mich, aber ich frage mich ja immer noch, wie ein privater Betreiber angesichts hoher Investitionen (egal ob es jetzt 30, 40 oder 50 Mio. Euro werden plus vermutlich weitere Verluste aus dem Betrieb, erst recht bei LCC) und mauen Aussichten (sogar die Entwicklungsgesellschaft ADT scheint ja zuzugeben, dass das Einzugsgebiet für zwei Airports eigentlich zu klein ist, folglich wird es einen für beide Seiten wirtschaftlich schwierigen bis katastrophalen Wettbewerb geben) jemals Geld verdienen oder zumindest kein weiteres Geld hineinstecken müssen will. Das muss ja die Maßgabe für einen Privatinvestor sein.

Naja zumindest halte ich für ansatzweise positiv, dass die Schiphol-Gruppe nicht einsteigen wird. Oder wie seht ihr das?
Ich denke, die Schiphol-Gruppe hätte den Airport vielleicht wirklich teils zur Entlastung von AMS nutzen wollen, z.B. durch eine teilweise Verlagerung von Urlaubscharterverkehr, der genauso gut ab ENS wie ab AMS starten kann. Außerdem könnte ein Investor wie die Schiphol-Gruppe auch dauerhafte Verluste in Twente akzeptieren, wenn es ihnen strategisch sinnvoll erscheint - eben um LCC von AMS möglichst fern zu halten. Übrigens ist die Schiphol Group z.B. Mehrheitseigner von EIN - wo dann ja auch FR angesiedelt wurde.
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Re: Airport Enschede

Beitragvon elpasotx » 16. Mär 2012, 13:41

@ aviation-fan

Um es hier mal so auszudrücken und wie es auch überall in der öffentlichen Wirtschaft gehandhabt wird, Konkurenz belebt das Geschäft! Schon jetzt hat der FMO in seinem Einzugsgebiet zahreiche Airports die Paxe vom FMO abziehen. Auch ENS wird künftig kräftig da mitmischen. Die Frage warum liegt auf der Hand. Wenn der FMO jetzt nicht mal langsam innovativer vorgeht, bleibt er dramatisch auf der Strecke. Man muss sich hier und gerade bei einem so wichtigen Wirtschaftszweig wie dem FMO nichts vormachen oder versuchen zu beschönigen. Vom FMO ist dringender als denn je Tatendrang gefordert. Wir, die User dieses Forums können nur Meinungen und Spekulationen aufstellen, die FMO-Geschäftsführung wird jedoch für die positive Realisierung bezahlt. Schafft sie es nicht, muss wie es überall in der öffentlichen Wirtschaft ausgetauscht werden. Klingt hart, ist aber so!
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