Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn




Neuigkeiten und Geschichten rund um den Airport

Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon skorpion » 31. Mai 2011, 11:00

Nach WN Informationen hat weder der FMO noch der NABU gewonnen. Es sieht so aus, dass das Planfeststellungsverfahren neu aufgerollt werden muss und eine neue Abwägung vorgenommen werden soll. Gegen einen dann neuen Beschluss kann wieder der Klageweg beschritten werden. Was mich bei dieser ganzen leidigen Angelegenheit wirklich stört ist die Tatsache, dass das gleiche Gericht plötzlich zu einer anderen Auffassung gelangt ist, obwohl alle Tatsachen bereits vorlagen. Anscheinend ist es in Deutschland unmöglich, einmal ein Verkehrsprojekt ohne Schwierigkeiten durchzubringen. Allein schon die Tatsache das die damalige grüne Umweltministerin Bärbel Höhn ein bis dato unbedeutenes Bächlein zum FFH-Gebiet erklärt grenzt schon an eine Farce. Dieses Bächlein wird per Brücke auf der Zufahrtsstraße zum FMO bereits gequert. Das ist aber anscheinend unschädlich, weil diese Straße ja schon immer da war. Sie war auch der dortigen Tierwelt nicht unverträglich. Aber der Luftverkehr ist naturgemäß ein großer Dorn im Auge der Grünen. Da erfindet man halt einen Fisch den bis dato niemand kannte, sagt da fliegen Fledermäuse rum die es zu schützen gilt und neuerdings auch irgentwelche besonderen Fliegen.
Glaubt denn der NABU ernsthaft, Fledermäuse ließen sich durch eine längere Startbahn vertreiben oder die Fische könnten nicht unter einer Brücke mit Lichtschächten hindurchschwimmen, wenn keine hundert Meter weiter nur ein dunkles Loch unter einer Straße herführt das sie bislang auch nicht gestört hat. Manchmal zweifle ich am Verstand auch unserer Juristen. Bei mir im Garten fliegen auch die Fledermäuse und sie lassen sich noch nicht einmal davon abhalten, wenn ich in der Dämmerung noch draussen sitze. Darf ich jetzt auch keine Änderungen an meinem Haus mehr vornehmen.
Um nicht missverstanden zu werden, Naturschutz ist richtig und muss auch sein. Aber bitte dort wo es auch Sinn macht und nicht der Verlängerung einer bereits vorhandenen und genutzten Start- und Landebahn. Durch eine Verlängerung von nicht mal 1500m lassen sich die dort heimischen Tiere nicht vertreiben.
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon Albatros » 31. Mai 2011, 11:13

Mich überrascht das Urteil nicht. Wie ich schon im vergangenem Jahr prognistiziert habe. Ich kannte damals schon einige Gründe, die mich in meiner Annahme bestärkten, dass es nichts wird (möchte bzw. darf mich über die INFO- Quellen nicht äußern).
Damit ist die weitere Entwicklung massiv gestoppt, eine Wettbewerbsbehauptung gegenüber Enschede kaum noch möglich (sollte Enschede kommen). Der Status Provinzairport ist festgerschrieben - düstere Zeiten für den FMO.
Eine letzendlich notwendige Beschwerde beim BVG halte ich aus meiner Sicht für reine Geldverschwendung.
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon aviation-fan » 31. Mai 2011, 11:15

Dazu auch die WN:
Gericht stimmt weder Flughafen noch Naturschutzbund zu

Bin auch gespannt, ob der FMO Beschwerde einlegt oder nicht bzw. ob man das Projekt generell weiter verfolgt oder nicht. Ich denke mal, weitere News dazu werden folgen.
Laut den WN wäre ja nach der jetzigen Entscheidung ein Planergänzungsverfahren nötig. Danach kann, falls das überhaupt positiv ausgeht, natürlich wieder geklagt werden. Wie hier schon mehrfach gesagt: Eine unendliche Geschichte.....

EDIT: Ich sehe gerade, der Artikel wurde aktualisiert. Demnach beginnt der FMO ein Planergänzungsverfahren. Auch interessant, dass das Gericht die Klagebegründung des NABU für fehlerhaft hält. Also wenn das Planergänzungsverfahren positiv ausgeht, sehe ich noch eine Chance, aber das ist wohl völlig offen.
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon osna » 31. Mai 2011, 11:30

Albatros hat geschrieben:Mich überrascht das Urteil nicht. Wie ich schon im vergangenem Jahr prognistiziert habe. Ich kannte damals schon einige Gründe, die mich in meiner Annahme bestärkten, dass es nichts wird (möchte bzw. darf mich über die INFO- Quellen nicht äußern).


Also mich überrascht das heutige Urteil sehr. Unabhängig davon, ob man für oder gegen den Ausbau ist, halte ich es für außerordentlich fragwürdig (wenn nicht gar erschreckend), wie ein Gericht zum gleichen Sachverhalt heute hü und morgen hott sagen kann. Hinter einem dieser Urteile steht ein großes Fragezeichen!

Albatros hat geschrieben:Eine letzendlich notwendige Beschwerde beim BVG halte ich aus meiner Sicht für reine Geldverschwendung.


Das gesamte Verfahren ist seit bald zwei Jahrzehnten reine Geldverschwendung. Mit den verbrannten Millionen hätte man allen Tieren im fraglichen Naturschutzgebiet einen neuen Lebensraum schaffen können. :eyes:

EDIT: Das hier ist noch ein sehr interessanter Satz aus dem Artikel der WN:
Westfälische Nachrichten hat geschrieben:Dem Flughafen war es in dem Verfahren nicht gelungen, das Gericht von der hohen Wahrscheinlichkeit zu überzeugen, dass von Greven aus dank der verlängerten Startbahn künftig regelmäßig interkontinentale Ziele angeflogen werden können.


Damit wird meine Frage von oben noch brisanter. Welche Argumente bezüglich möglicher interkontinentaler Verbindungen hatte der FMO 2004 bzw. 2006, die er heute nicht mehr hat?
Gruß, Jonas.
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon MS-FMOler » 31. Mai 2011, 11:50

Hallo,

man hat und hatte niemals Argumente für interkontinentalen Verkehr am FMO. Das Projekt war schon immer völlig überdimensioniert. Meiner Meinung nach könnte dieses "Urteil" auch eine große Chance bieten. Beim jetzt folgenden Planänderungsverfahren muss man sich von der 3.600 Meter Bahn verabschieden. Hier muss man nun mit der besseren Durchführbarkeit der Mittelstrecke (Kanaren, Nordafrika etc.) argumentieren und evtl. auch ganz vorsichtig mit der Sicherheit bei Starts- und Landungen bei schlechtem Wetter auf der doch recht kurzen 2.170 Meter Bahn. Dann könnte man der Kollision der beiden gegenüberstehenden Interessen entgehen.

Man muss sich mit dem NABU an einen Tisch setzen und darüber reden was machbar ist. Verlegung des Eltingmühlenbachs um etwa 1.000 bis 1.500 Meter. Dann Verlängerung der Bahn auf etwa 2.700 Meter. Ohne eine Brücke und meinetwegen auch ohne Verbreiterung auf 60 Meter. Das wäre auch eine finanzielle Entlastung des gesamten Projekts. Der NABU muss mit ins Boot geholt werden, damit nicht wieder endlos geklagt wird. So hätte man von Anfang an vorgehen müssen! Alles andere war Traumtänzerei und daher das Urteil so leider verständlich.

Das größte Problem sitzt dabei aber wieder in Düsseldorf. Die Rot-Grüne Landesregierung wird sicherlich dafür sorgen, dass das Planänderungsverfahren sich über viele Jahre hinziehen wird. Die Dauer von etwa einem Jahr ist hier zwar theoretisch möglich, aber absolutes Wunschdenken!

Gruß
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon Luchtmacht » 31. Mai 2011, 12:32

Ich kann die Kritik nicht recht nachvollziehen, dass das Gericht nun nicht pro Ausbau geurteilt hat. In einem Rechtsstaat ist eben auch möglich, dass Urteile überdacht werden und eventuelle Verfahrensfehler oder Ansichten sich verschoben haben und dies eine Abänderung der Ansicht zu Folge hat.

Das DLR Gutachten habe ich mir gestern durchgelesen und ich konnte mich diesem nur anschließen. Die Tatsachen sprechen in der Frage um den interkontinentalen Verkehr einfach gegen den FMO. Ich verstehe nicht, wie man versucht mit den arabischen Fluggesellschaften zu argumentieren, wo man doch wissen müsste, dass dies durch ein bilaterales Abkommen genaustens geregelt ist und von der Seite erstmal kein Ausbau des Traffics zu erwarten ist (Stichwort: Lobbying der LH). Das DLR zeigt auch auf, dass sich der Markt sehr konsolidiert hat (Konzentration von DE auf FRA und AB auf DUS und BER) und eben immer mehr Veranstalter sich auf Linien einkaufen um eben auch flexibler zu sein. Und das plötzlich bei ausgebauter Piste eine XL Airways oder Blue Panorama am FMO aufschlägt halte ich auch für sehr fragwürdig.

Man hätte, wie MS-FMO'ler es schon angesprochen hat, viel eher umschwenken müssen auf das Thema Sicherheit und der Risiken einer solch kurzen Piste und auch den daraus resultierende ökonomischen Nachteilen (Zwischenstopps/verringerte Paxzahl). Ich meine mich zu erinnern, dass der FMO bequem auf min. 2500m ausbauen könnte und der NABU dies sogar nicht torpedieren würde, leider hab ich als Quelle nur mein Gedächtnis ;)
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon aviation-fan » 31. Mai 2011, 12:50

Weiß hier jemand, ob im Planergänzungsverfahren wirklich z.B. eine Beschränkung der Bahnlänge auf sagen wir 2500-2700m möglich wäre?
Stöwer und der NABU haben ja schonmal über eine solche Möglichkeit gesprochen, daran erinnere ich mich auch, aber Stöwer sagte, dass dann eine komplett neue Planfeststellung notwendig sei, daher wurde daraus nichts. Für sinnvoll würde ich das aber auch halten.
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon doppeldecker » 31. Mai 2011, 12:56

Besser eine kurze Bahn mit 24Std-Betrieb als eine lange Bahn mit eingeschränkten Betriebszeiten!
Wenn ich es richtig verstanden habe-bitte berichtigt mich-, würde für die verlängerte Bahn eine neue Genehmigung
der Betriebszeiten notwendig werden.
Mehr als fraglich, ob bei den politischen Verhältnissen wieder uneingeschränkte Beriebszeiten erlaubt würden.
Ich glaube nicht, dass hier noch eine Air Berlin über Nacht stehen würde, wenn der Flughfen zwischen 22:00 und 06:00
dicht wäre.
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon Albatros » 31. Mai 2011, 13:01

["MS-FMOler"]. Der NABU muss mit ins Boot geholt werden, damit nicht wieder endlos geklagt wird. So hätte man von Anfang an vorgehen müssen!

Der NABU wird sich doch nicht in das Boot holen lassen, warum auch?. Die durch die Verzögerungstaktik gewonnene Zeit hat bislang doch wunderbare Früchte getragen. Die sich seit 2-3 Jahren abzeichnende Entwicklung am FMO trägt sicherlich weiter dazu bei, machen wir uns da bitte nichts vor. Die Entscheidung des OVG zu dieser Zeit kam zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.
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Re: Möglicher Ausbau der Start- und Landebahn

Beitragvon skorpion » 31. Mai 2011, 13:03

Ich weiss nicht ob es jemals zu Interkontinentalverkehr ab FMO kommen wird. Das mag ich nicht zu beurteilen. Ich weiss auch nicht ob das überhaupt jemand vorhersagen kann. Aber eines ist sicher, ein Planfeststellungsverfahren dauert in Deutschland ellenlang. So etwas ist in anderen Ländern deutlich schneller möglich durchzusetzen. Der 'FMO will ja gar nicht sofort auf die volle Länge von 3600m ausbauen, sondern nur bis 3000m. Es handelt sich somit um einen Vorratsbeschluss um im Bedarfsfall schnell handeln zu können. Man stelle sich ein erneutes Verfahren von fast 20 Jahren für die restlichen 600m vor. Nicht das nur unnötig Verwaltungskosten und Resourcen gebunden werden, nein auch unnötige erneute teuere Gerichtsverfahren wären wieder anhängig.
Mit dem nun nicht erlaubten ersten Bauabschnitt wäre der FMO auf Jahre konkurenzfähig. Wir brauchen uns an dieser Stelle nicht darüber unterhalten, dass jemeils eine A380 am FMO starten oder landen wird. Aber für jeden anderen Flugzeugtyp würde eine 3000m lange Bahn ausreichen. Damit wäre der FMO zukünftig in der Lage neue Märkte zu erschließen. Denn eines ist klar: eine stetige Zunahme von Feederflügen zu den Drehkreuzen ist auch nur begrenzt möglich. Irgentwann sind dort die Kapazitäten auch erschöpft. Dann muss Verkehr unweigerlich zu anderen Airports verlegt werden. Dafür will und muss der FMO vorbereitet sein. Nimmt der Weltluftverkehr wie prognostiziert zu, werden weder die Grünen noch der NABU auf Dauer was dagegen ausrichten können. Es wäre ein Kampf a la Don Quichote gegen Windmühlen. Den kann man nur bestehen, wenn wir uns in Deutschland auf eine Insel der Teilnahmslosen zurückziehen und nicht mehr am Weltwirtschaftsgeschehen teilnehmen werden. Und das wird eher unwahrscheinlich sein. Deshalb plant ein kluger und verantwortungsbewusst Handelnder vor. Scheinbar gehören dir Richter nicht dazu.
Edith: Bei einem Ausbau der Bahn ist über die Öffnung des Flughafens neu zu befinden. Aber die Betriebszeiten werden sicherlich nicht nur bis 22 Uhr gelten. DUS ist bei Landungen bis 23 Uhr und bei Verspätungen für stationierte Flieger bis 23.30 Uhr geöffnet. Das ist bei der örtlichen Lage schon sehr lang. Auf Grund der geographischen Lage des FMO wäre von einer Kernruhezeit von 0 Uhr bis 5 Uhr auszugehen. Das ist genau die Zeit in der jetzt schon so gut wie kein Verkehr stattfindet.
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